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Wild auf Gesundheit? Kresse lohnt sich.

Autoren: Josef Kreuzer, Michael Burger Rezepte: Ingeborg Burger-Günter

Stärkt die Atemwege, gesund für Herz und Leber  

Die vielleicht wertvollste Kresseart? Die Brunnenkresse (Nastrium officinale) ist ein ausserordentliches Heil- und Genusskraut und eine echte Wasserpflanze. Sie gehört zu der Familie der Kreuzblütengewächse wie z.B. auch der Meerrettich und viele andere Kressearten, die auch ein beachtliches Gesundheitspotential aufweisen.

Schon den Römern diente sie als Salat- und Gewürzpflanze. Sie wurde gegen Skorbut eingesetzt, da sie besonders vitaminreich ist. Kressearten eignen sich für eine Detoxkur, besonders im Frühling. In den Monaten April bis Juni wachsen sie am besten und können leicht geerntet werden.

Die Brunnenkresse z.B. schmeckt herrlich frisch in Salaten oder mit anderen Kräutern über Nudeln oder Kartoffeln.  Kressen gibt es in den verschiedensten Arten. Die Brunnenkresse hat aber bei weitem die meisten Inhaltsstoffe und grössten Inhaltsstoffmengen. Sie lernen hier auch andere wertvolle (wilde) Kressearten kennen.  

Zuerst lernen Sie vier Wild-Kressearten kennen, dann zwei Kressearten für den Garten. Sie erfahren wie sammeln, erhalten praktische Tipps und feine Rezepte. Unten dann ausführlich die Heilwirkungen der Kressearten. Gute Lektüre!

Bunter Kresse-Genuss einfach gemacht!  

  • Wilder Brunnenkresse sammeln.  
  • In einem Spezialitäten- oder Lebensmittelgeschäft Brunnenkresse kaufen.  
  • Brunnenkresse im Garten in einer feuchte Ecke anbauen und ernten.  
  • Vielleicht wächst bei Ihnen im Garten oder auf der Terrasse das behaarte Schaumkraut (Wiesenkresse oder Gartenschaumkraut), eine 7 bis 30 cm hohe Pflanze mit einer Blattrosette und oft mehreren Stängeln; siehe Bild unten.
  • Milder als der Brunnenkresse ist das Wiesenschaumkraut. Dieses blüht herrlich rosa-lila und überzieht im Frühling Wiesen mit einem hellen Blütenteppich. Im Geschmack ist sie sehr ähnlich der Gartenkresse. Bitte nur kleinere Mengen verzehren.  
  • Kräftiger schmeckt die Bitterkresse oder das bittere Schaumkraut. Wird oft mit der echten Brunnenkresse verwechselt. Beide Wildkresse-Arten sind essbar. Das bittere Schaumkraut wird 10 bis 60 cm hoch und schmeckt sehr intensiv. 
  • Bio Kresse (Gartenkresse) selber zuhause keimen im Glas oder in der Erde oder im Detailhandel kaufen.
  • Kapuzinerkresse im Garten säen und für mehr Wohlbefinden nutzen - mehr dazu gegen Ende dieses Blogs.

Wichtiger Hinweis

Es sind nicht alle Pflanzen essbar! Mehr über Wildpflanzen erfahren Sie auf folgender App: Flora Incogniata. Wenn Sie beim Ernten von Wildpflanzen unsicher sind, sollten Sie die Pflanzen besser nicht ernten. :-)

  

Bitterkresse

Brunnenkresse

Gartenschaumkraut

Wiesenschaumkraut

Brunnenkresse selber ernten

Man kann die ganze grüne Pflanze (ohne Wurzeln) ernten. Sie wächst mit bis zu 70 cm langen Trieben unter und oberhalb der Wasserfläche und kann von Februar bis September geerntet werden. Dabei sollte aber eine Schere verwendet werden, da die Pflanze sonst mit den Wurzeln ausgerissen wird und sie sich nicht wieder regenerieren kann. Beim Ernten darauf achten, dass das Wasser dabei nicht verunreinigt wird, da Wasserkresse reines Wasser benötigt und bei Schmutz eingeht (am besten vom Ufer aus ernten). Brunnenkresse zeigt uns an, ob der Bach oder das Fliessgewässer sauber ist.

Andere Wild-Kressearten sammeln

März bis Juni ist für viele Kressearten die beste Sammelzeit. Die Kapuzinerkresse wächst erst im Sommer, mehr dazu weiter unten. Die Bitterkresse finden Sie entlang von Bächen und in Feuchtgebieten. Das Wiesenschaumkraut erkennt man sehr gut an den vier Blütenblättern, der lila Farbe und dem milden Kressegeschmack. Das Gartenschaumkraut wächst bereits im Winter und kann im Frühjahr geerntet werden. Wie immer: Alle Wildpflanzen nur an geeigneten Standorten sammeln, nie alles ernten, keine Wurzeln ausreissen und einfach sorgfältig so viel wie man gerade verzehren kann ernten. Zuhause dann sorgfältig und gründlich waschen und im Kühlschrank aufbewahren. Innert 2-3 Tagen geniessen. Am besten davon nur kleine Portionen geniessen und idealerweise 2-3x am über den Tag verteilt, besonders wenn man entgiften will. Dafür eignet sich die Brunnenkresse am besten, siehe unten.

Gartenkresse einfach ziehen

Bei Vitapower gibt es Kressesamen zum Ziehen von Gartenkresse als Mikrogrün. Wer Kresse im Glas ziehen will sollte diese immer mit anderen Saaten mischen wie z.B. Alfalfa, denn Kresse schleimt stark. Sie können Kressesamen auch direkt im Garten aussäen, in Saatschalen mit guter Kräutererde oder in einem speziellen Gefäss für Schleimkeimer. Erfahrung oder Ingeborg's Praxisseminar (siehe unten) helfen, dass es gelingt.

Tipps und Video: Erfolgreiches Ziehen von Sprossen und Keime.

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Seminar: Sprossen selber ziehen – Gesundheit ernten

Gerne verrät Ihnen Ingeborg die besten Tricks und Hacks, damit Sie zuhause einfach, erfolgreich und mit wenig Aufwand Sprossen ziehen können. 

Praixs-Seminar Sprossen selber ziehen

Bio Keimsamen zum Ziehen von Sprossen und Keimlingen

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Inhaltsstoffe von Kresse

Die echte Brunnenkresse enthält z.B. Senfölglykoside, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Zucker, Ätherische Öle (Glyconasturtiine), Raphanol, Vitamine A, B1, B2, C und E, und Mineralstoffe wie Eisen, Iod, Phosphor, Calcium. Sie ist ein wichtiger Vitamin-C-Lieferant durch die schon im Winter mögliche Ernte. Andere Kressearten liefern ähnliche Inhaltsstoffe, die Gartenkresse als Zuchtform ist weniger gehaltvoll als die Wildpflanzen.

Kressegenuss in der Küche

Brunnenkresse lässt sich sehr gut mit anderen Salaten mischen und gibt diesen einen kräftigen Geschmack. Sie ist auch pur als Brotbelag oder im Kräuterquark sehr beliebt. Wir essen sie gerne mit Avocado und anderen Wildkräutern: Dazu 1-2 Handvoll Brunnenkresse mit Blättern von Löwenzahn, Brennnessel und Birke vermischen. Das Fruchtfleisch der Avocado vorsichtig unter den Salat mischen und mit Olivenöl und Zitronensaft verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.  Zum Lagern in möglichst kaltes Wasser geben und im Kühlschrank lagern. Wenn möglich frisch verzehren. Wichtig: Vor der Verwendung gut waschen!  

Rezeptideen mit Kresse

Aus Brunnenkresse, Gartenkresse, dem Gartenschaumkraut oder dem Wiesenschaumkraut können Sie im Frühling herrliche Kräuterbutter oder -quarks zubereiten. Wohltuend, schmackhaft und vitalisierend. Oder einfach ein Vollkorn-Butterbrot damit reichlich belegen. Schmeckt vorzüglich.  Kressearten werten jeden Salat auf.

Zwei neue Rezepte von Ingeborg

  • Omelette mit Wildkräuter-Füllung in zwei Varianten
  • Würziger Brunnenkresse-Salat 

Rezepte von Ingeborg mit Kresse

 

Brunnenkresse in der Naturheilkunde

Diese alte Heilpflanze gilt als appetitanregend, stoffwechselfördernd, harn- und wehentreibend. In der Naturheilkunde wird sie für die „Entschlackung von Leber, Lunge und Magen empfohlen, kann aber noch bei vielen anderen Beschwerden helfen.

Verdauung und Atemwege stärken

  • Durch ihre verdauungsregulierende und antimikrobielle Wirkung kann Kresse sowohl bei einer Magenverstimmung als auch bei Durchfall eingesetzt werden. Dazu eignet sich ein Gemisch aus Kressesamenpulver, etwas Wasser und Honig. Sobald Kressesamenpulver nämlich mit Flüssigkeit in Berührung kommt, bildet sich ein Schleim, der sich wie ein Schutzfilm auf die Innenwände der Verdauungsorgane legt. Auf diese Weise hemmt die Kresse Irritationen bei Erkrankungen und Infektionen im Magen-Darm-Trakt.  
  • Sowohl akute als auch chronische Erkrankungen der Atemwege sprechen sehr gut auf eine Behandlung mit Kresse an. Hier wirkt die Kresse schleimlösend und entzündungshemmend, zudem weitet sie die Bronchien.  

Kresse: Ein Gesundheits-Multitalent, besonders zum Entgiften und für die Leber

  • Brunnenkresse enthält Isothiocyanate, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion dafür sorgen, dass nicht zu viel Jod in die Schilddrüse gelangt. Die Schilddrüse wird beruhigt und entspannt sich.  
  • Die Brunnenkresse scheint phänomenale Eigenschaften für Detox- und Entgiftungskuren zu haben. Das ist im Frühling aktuell, aber nicht nur. Einer Studie in Pittsburgh (USA) zufolge unterstützt Brunnenkresse den Körper aktiv und effektiv beim Entgiften. Besonders von dieser Eigenschaft profitieren Menschen mit genetisch eingeschränkter Fähigkeit zum Entgiften, Passivraucher und Raucher. Dazu muss die Brunnenkresse oder ein Extrakt mehrmals täglich eingenommen werden. Diesbezüglich scheint die Brunnenkresse einzigartig zu sein. Zudem regen die Bitterstoffe der Brunnenkresse die Leber an.
  • Brunnenkresse wird traditionell bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.
  • Äußerlich angewendet dient sie als Haartonikum und zur Teintklärung. Eine Paste aus zerstampften Kressesamen und Wasser kann, oberflächlich aufgetragen, direkt auch lokale Hautprobleme lindern. Eine solche Paste eignet sich zur Behandlung von spröden, aufgeplatzten Lippen, trockenen Hautstellen und sogar von Sonnenbrand.
  • Schon im 17. Jahrhundert galt die Brunnenkresse wegen ihres Vitamin-C-Gehaltes als geschätztes Mittel gegen Skorbut.  
  • Zusätzlich wird sie als entzündungshemmend für die Mundschleimhaut empfohlen.

Quelle: Studie von Pittsburgh

Brunnenkresse – Wohltat für Herz-Kreislauf und Gehirn

  • gehirn_demenz_fotolia_500x260.jpgDiabetiker profitieren von Kresse – wenn als Extrakt eingenommen – dass dieser den Blutzuckerspiegel reguliert respektive dafür sorgt, dass er nach den Mahlzeiten nicht so rasch ansteigt. Den gleichen Mechanismus nutzen auch Maulbeerblätter oder Wirkstoffe in der römischen Kamille.  
  • Für das Herz-Kreislauf-System ist die Kresse ein wahrer Schutzengel. Neben ihrem antioxidativen Potential wirkt die Kresse beispielsweise "blutverdünnend". Sie hemmt also die übermässige Blutgerinnung, so dass die Thrombenbildung, die gerne zu Thrombosen und Embolien führt, verhindert wird. Dadurch reduziert die Kresse auch das Risiko für Infarkte und Schlaganfälle. Gleichzeitig sorgt die Kresse dafür, dass sich die Gefässe entspannen und wirkt auf diese Weise Gefässverengungen entgegen. So schützen Kressearten auch Ihr Gehirn.
  • Dies macht sich besonders bei erhöhtem Blutdruck bemerkbar. Daher ist es kein Wunder, dass die Kresse einen blutdrucksenkenden bzw. blutdruckregulierenden Ruf hat. Für eine merkliche Wirkung muss die Kresse aber täglich in relevanten Mengen verzehrt werden.  
  • Oft kommt es bei Herzproblemen (Herzinsuffizienz) zu Wasseransammlungen im Körper. Auch hier kann die Kresse hilfreich sein

Extrainfo

Der Presssaft ist mit seinen ätherischen Ölen ideal für die Haut und reinigt und klärt sie, auch Sommersprossen und Altersflecken können damit gebleicht (aufgehellt) werden. Damit das funktioniert sollte man den Frischpflanzensaft länger und öfter einwirken lassen. Zwischen den Händen zerreiben und mit einem Pflaster abends mehrere einwirken lassen. Vorsicht: Auch die Haut ringsum wird dann gebleicht. Einfacher geht es mit unserer Pigmentfleckencreme

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen / Gegenanzeigen bekannt. Man sollte aber nicht zu viel auf einmal essen, da es sonst zu einer Nierenreizung kommen kann.

Kresse im Garten

Brunnenkresse anbauen

Brunnenkresse benötigt viel frisches, reines Wasser. Sie wächst am besten in der Sumpfzone eines Teiches oder Baches mit sehr sauberem Wasser, aber auch in einer Schale. Die optimale Wassertemperatur beträgt 10-12° C. Sie verträgt zwar auch wärmeres Wasser (bis zu 40°C), wächst dann aber wesentlich langsamer.  Die Samen können auch auf feucht-nasse Böden in einer schattigen Ecke ausgesät werden. Sie keimen rasch.  

Gartenkresse

Für den Hausgebrauch im Garten eignen sich andere Kressearten wie die Gartenkresse zum Anbauen. Am besten verwenden Sie zur Aufzucht eine gute Kräutererde oder nehmen ein Gartenbeet mit wenig Beikrautbefall. Die Gartenkresse wächst sehr schnell. Sie hat einfach weniger Inhaltsstoffe als die Wildkresse-Arten wie Brunnenkresse, Wiesenschaumkraut oder das behaarte Schaumkraut (Gartenschaumkraut).  In Salaten, als Brotbelag oder zur Deko schmeckt sie vorzüglich und tut unseren Zellen gut.

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Kapuzinerkresse

Die Arzneipflanze des Jahres 2013 kann leicht auf jedem Balkon oder im Garten gezogen werden. Die Kapuzinerkresse gehört nicht zur Familie der Kreuzblütengewächse , sondern zu den Kapuzinerkressegewächsen. Ursprünglich stammt die schöne Pflanze aus Mittel- und Südamerika.

Kapuzinerkresseblätter haben einen scharfen Kressegeschmack. Dieses Geschmackserlebnis wird durch Senfölglykoside hervorgerufen, die auch in den anderen Kressearten zu finden sind.

Besonders – essbare Blüten

Die zierlichen Blüten können Sie problemlos als Deko verwenden und dann geniessen.

Kapuzinerkresse soll die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen. Sie wird bei Harnweginfekten und Erkältungen erfolgreich eingesetzt.

Fazit

Alle Kressearten sind wahre Gesundheitsförderer und liefern pikanten Genuss in der Küche. Versuchen Sie Brunnenkresse, Gartenkresse oder andere wilde Kressearten so oft es geht in die Küche einzubauen. Sie profitieren von wohltuender Abwechslung und neuen Gaumenerlebnissen. Das ist noch nicht alles – Ihre Leber, Ihr Herz, Ihre Verdauung und Ihr Immunsystem werden ebenfalls davon profitieren.

Kresse kann man im Detailhandel frisch kaufen oder selber ziehen.

Selber Kresse ziehen?

Bei Vitapower finden Sie geprüfte biologische Keimsamen, damit Sie in der Küche oder im Garten Erfolg haben und es wächst und spriesst.

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